Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Erkennung und Behandlung von Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne. Kieferorthopädische Behandlungen sind sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen möglich. Dabei werden Kiefer- und Zahnfehlstellungen behoben und eine medizinisch korrekte und ästhetisch ansprechende Zahnstellung angestrebt. Durch eine kieferorthopädische Behandlung können folgende positive Effekte erzielt werden:

  • langfristig gesündere Zähne und ein gesünderes Zahnfleisch
  • leichtere Zahnpflege
  • geringere Abnutzung der Zähne
  • Entlastung der Kiefermuskulatur und –gelenke
  • bessere Funktion des Kauapparates
  • ein schöneres Gesichtsprofil
  • verbesserter Lippenschluss
  • leichteres Sprechen und Schlucken
  • bessere Resultate bei anderen zahntechnischen Behandlungen
  • ein rundum attraktives Lächeln
  • mehr Selbstvertrauen und ein sicheres Auftreten

Beratung vor dem Behandlungsbeginn – Brauche ich oder mein Kind eine Zahnspange?

Unverbindliches Erstgespräch

Wenn Sie abklären möchten, ob Sie oder Ihr Kind eine Zahnspange benötigen, bieten wir Ihnen ein unverbindliches und kostenloses Erstgespräch in unserer Ordination an. Bitte vereinbaren Sie dazu einen Termin. Wird beim Erstgespräch eine kieferorthopädische Behandlung in Erwägung gezogen, so wird ein weiterer Termin zur Erstellung der Planungsunterlagen vereinbart.

 

 

 

Erstellung der Planungsunterlagen

_DSC7405Nur bei eingehender Planung können die Behandlungsziele optimal erreicht werden. Deshalb sind eine eingehende Untersuchung, die Anfertigung von intra- und extraoralen Fotos, von Gipsmodellen der Kiefer und von Panorama- und Fernröntgen unbedingt erforderlich, um fundiert einen geeigneten Behandlungsplan erstellen zu können. Bis zum nächsten Besprechungstermin werden die Unterlagen ausgewertet, die Modelle vermessen, die Fernröntgen durchgezeichnet, die Daten zusammengeführt und ein oder mehrere Behandlungsmöglichkeiten entwickelt.

 

 

Besprechung des Behandlungsplans

Bei der Besprechung des Behandlungsplans werden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt und mit dem Patienten bzw. den Eltern in entspannter Atmosphäre im Büro diskutiert. In diesem Rahmen ist ausreichend Zeit zur Verfügung, um allfällige Fragen zu klären. Sie bekommen eine kurze Zusammenfassung des Planes und einen Kostenvoranschlag mit nach Hause und können in Ruhe überlegen und entscheiden. Behandlungsbeginn Wenn Sie sich für Ihre Behandlung entschieden haben, wird – oft nach einer vorbereitenden Prophylaxesitzung und Karieskontrolle – die Behandlung begonnen. Weitere Informationen zur Planung finden Sie hier: www.voek.or.at

 

 

Behandlungsarten

Im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung können viele Geräte zum Einsatz kommen. Je nach Art der gewünschten Zahnbewegungen und Bisslageveränderungen werden entweder herausnehmbare oder festsitzende Apparaturen verwendet. Die Behandlungsdauer ist abhängig von der Fehlstellung der Zähne und daher bei jedem Patienten unterschiedlich. Sie können die Behandlung aber aktiv mitgestalten, indem Sie sorgfältig auf Ihre Mundhygiene achten, den Anweisungen folgen und Ihre Termine konsequent einhalten.

Funktionstrainer

Myotrainer_2Im wachsenden Gebiss spielt die Funktion eine große Rolle. Die Funktion von Zunge, Lippen und Kaumuskulatur beeinflusst die Form des Zahn-Mund-Kiefer-Systems und damit der Zähne und des Gesichts. Funktionstrainer sind elastische, vorgefertigte Geräte, die helfen können, die Lippen- und Zungenfunktion zu verbessern. Ebenso wird in vielen Fällen zusätzlich die Logopädie zu Hilfe genommen.

 

 

 

Abnehmbare Zahnspangen

IMG_3003Abnehmbare Zahnspangen sind vorwiegend bei der Behandlung von Bisslageabweichungen, oberer Schmalkiefer und Tiefbiss erfolgreich. Für die gezielte Bewegung einzelner Zähne sind sie weniger geeignet. Einen Therapieerfolg kann man mit diesen Geräten ausschließlich bei Kindern im Wachstumsalter erzielen. Behandlungsbeginn ist meist nach Durchbruch der bleibenden Schneidezähne, also etwa ab dem 9. Lebensjahr. Die Tragezeit dieser Apparaturen beträgt mindestens 12 – 14 Stunden pro Tag. Die Mitarbeit der kleinen Patienten und deren Eltern ist hier entscheidend für den Therapieerfolg. Die Gesamtbehandlungszeit liegt je nach Schweregrad der Fehlstellung zwischen einem und drei Jahren. Bei einigen Kindern ist mit diesen herausnehmbaren Geräten ein funktionell und ästhetisch zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Bei komplexeren Fällen oder bei hohen Ansprüchen wird oft eine festsitzende Behandlung zur Feineinstellung angeschlossen. Bei der Behandlung mit einer abnehmbaren Zahnspange sind Kontrolltermine im Abstand von jeweils 6 – 8 Wochen notwendig.

Gaumennahterweiterung

Gaumennahterweiterungsplatte_2Einen Sonderfall einer abnehmbaren Zahnspange stellt die forcierte Gaumennahterweiterung dar. Wenn der Oberkiefer zu schmal ist und vor allem, wenn ein seitlicher Kreuzbiss vorliegt, kann es zielführend sein, den Oberkiefer an der Sutura mediana (Gaumennaht in der Mitte des Oberkiefers) zu erweitern. Dazu wird an den Oberkieferzähnen eine speziell angefertigte Zahnspange befestigt, diese wird im Mund weitergeschraubt und kann selbst nicht herausgenommen werden.

 

 

Festsitzende Zahnspangen

Im Rahmen der Behandlung mit einer festsitzenden Zahnspange werden auf die Außenflächen der Zähne Brackets (engl. Klammern) geklebt, an denen Drahtbögen fixiert werden. So können die Zähne mit oder entlang des Drahtes bewegt werden. Auf diese Weise sind kontrollierte Bewegungen einzelner oder mehrerer Zähne in alle Richtungen des Raumes möglich – unabhängig vom Alter des Patienten. In den meisten Fällen kann mit dieser Behandlungsmethode eine funktionell und ästhetisch einwandfreie Zahnstellung erreicht werden. Bei der Behandlung mit einer festsitzenden Zahnspange sind Kontrolltermine im Abstand von jeweils 4 – 8 Wochen notwendig. Zusätzliche Behandlungstermine können z. B. durch lockere Regulierungsteile notwendig werden. Die Brackets bestehen aus Metall oder Keramik und werden mit Spezialklebern, die den Zahn nicht schädigen, befestigt. Keramikbrackets sind zahnfarben und fallen so deutlich weniger auf als herkömmliche Metallbrackets. Bei selbstligierenden Brackets wird der Drahtbogen nicht durch eine angebrachte Gummi- oder Metallligatur (Umschlingung) fixiert, sondern eine in das Bracket eingebaute Verschlusstechnik hält den Bogen im Bracket. Mit diesen modernen Brackets erzielt man durch leichtere Kräfte und weniger Reibung eine schonende, medizinisch optimale Behandlung mit deutlich verkürzter Behandlungszeit und einem erhöhten Tragekomfort. In unserer Ordination wird – je nach Indikation – die Technik des indirekten Klebens von Brackets angewendet. Dabei werden die zu klebenden Brackets im zahntechnischen Labor optimal auf die Gipsmodelle positioniert und dann mit Übertragungsschienen im Mund geklebt. Die Vorteile des indirekten Klebens sind eine wesentlich kürzere Klebezeit am Behandlungsstuhl und ein genaueres Platzieren der Brackets. Nach Abschluss der aktiven Behandlung mit einer festsitzenden Zahnspange werden die Bänder und Brackets entfernt und Abdrücke und Fotos gemacht. Die regulierte Stellung der Zähne wird mit einem abnehmbaren oder geklebten Retainer stabilisiert.

Aligner

 

Aligner sind durchsichtige Kunststoffschienen, die über die Zähne geschoben werden. Durch einen Wechsel auf eine weitere Schiene alle zwei Wochen mit einer etwas anderen Form lassen sich Zähne bewegen. Die Aligner werden ständig getragen, außer zum Essen und zur Zahnreinigung. Sie stellen eine ästhetische und nahezu unsichtbare Alternative zu festsitzenden Behandlungen dar, die vor allem im Erwachsenenalter gerne gewählt wird. Wir bieten je nach Indikation zwei Systeme an.

Kombinationstherapie mit Kieferoperation

Bei komplexen Fehlstellungen, die nicht nur die Zähne, sondern auch die Kiefer betreffen kann es sein, dass eine Therapie durch Bewegung der Zähne mittels einer Zahnspange allein nicht ausreicht. In diesen Fällen ist eine Kieferoperation erforderlich, um Ober- oder Unterkiefer an die „richtige“ Position zu bringen. Eine festsitzende Zahnspange ist vor, während und nach der Operation erforderlich. Die Kieferoperation erfolgt stationär in Vollnarkose, üblicherweise arbeiten wir mit der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des AKH Linz zusammen.

Logopädie

stock-photo-12488977-yukDie Logopädie beschäftigt sich mit der Sprache, dem Sprechen, der Stimme und der Muskulatur im Gesicht. Für den dauerhaften Erfolg einer kieferorthopädischen Zahnbehandlung kann eine logopädische Diagnose und Therapie erforderlich sein. Die Kiefer- und Zahnstellung hängt entscheidend von der muskulären Funktion der Lippen, Wangen und der Zunge ab. Wenn das Gleichgewicht dieser Muskeln gestört ist – bei schlechtem Lippenschluss, beim Lutschen, beim Schlucken mit der Zunge zwischen den Zähnen, beim Lispeln usw., kann sich langsam eine Zahn- oder Kieferfehlstellung entwickeln. Bei einer logopädischen Therapie kann es beispielsweise darum gehen, den Schluckvorgang „neu“ und richtig zu erlernen, damit die Zunge nicht auf eine falsche Art und Weise gegen die Zähne presst. Wichtig für den Erfolg der Logopädie ist in jedem Fall, die Übungen regelmäßig durchzuführen, bis sie automatisiert sind. Wir arbeiten vor allem mit den logopädischen Fachpraxen von Frau Eveline Gruber und Frau Sabine Strambach in Waidhofen an der Ybbs (im RIZ, Kapuzinergasse 6). Weitere Informationen und Kontakte finden Sie unter www.logopaedieaustria.at

Zahnhygiene bei Kieferorthopädie

zahnhygieneWährend einer kieferorthopädischen Behandlung ist eine sorgfältige Zahnhygiene extrem wichtig, da durch die Brackets im Mund ein erhöhtes Kariesrisiko entsteht. An den Randbereichen der Brackets kann sich der schädliche Zahnbelag (Plaque) besonders gut festsetzen. Gleichzeitig ist das Zähneputzen durch die festsitzende Zahnspange erschwert. Wir schulen unsere kieferorthopädischen Patienten in die besonderen Kniffe der Mundhygiene mit einer festsitzenden Zahnspange ein. Ein kleines Startset mit Mundhygieneartikeln soll die Zahnpflege während der kieferorthopädischen Behandlung zusätzlich erleichtern. Eine perfekte Mundhygiene ist Voraussetzung für eine kieferorthopädische Behandlung. Bei ungenügender Mundhygiene muss die Behandlung zum Schutz der Zähne abgebrochen werden. Unter folgendem Link finden Sie weitere Infos zur Zahnhygiene bei Kieferorthopädie: http://www.voek.or.at/images/stories/pat-info-folder/voek_infofolder_reinigung.jpg

Behandlungsende – Retention

Gegen Ende der kieferorthopädischen Behandlung werden in der Retentionsphase der umgeformte Kiefer und die korrigierte Zahnstellung durch spezielle Geräte (Retainer) fixiert. Abnehmbare Schienen oder Spangen für die Nacht oder geklebte Drahtretainer an der Innenseite der Zähne helfen, die Zähne stabil an ihrem Ort zu halten. Diese Geräte und deren Anfertigung und Überwachung sind in den meisten Fällen im Behandlungspreis inbegriffen. Nach Abschluss der Retentionsphase wird die Zahnstellung einmal pro Jahr im Rahmen eines Kontrolltermins begutachtet.